eLearning wächst

Die aktuelle Ausgabe der Wirtschaft & Weiterbildung (Heft 1/13) schreibt, dass die Umsätze der eLearning-Branche in  Deutschland im Jahr 2011 um 22% gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind. Diese Zuwachsrate stellt einen neuen Rekord dar und hat sogar die Insider überrascht. Ursache für den starken Zuwachs gibt es mehrere: Die Unternehmen haben in den Krisenjahren 2008-2010 gespart und im letzten Jahr einiges nachzuholen gehabt. Aber: auch in den Jahren 2008-2010 wuchs die Branche um jeweils 5%.

Eine weitere – und meiner Meinung nach wesentlich wichtigere – Ursache ist im stark vereinfachten Einsatz von eLearning zu sehen. eLearning Lösungen sind mittlwereile leicht verfügbar und einsetzbar. Eine Vielzahl von oft kostenlosen Werkzeugen ermöglicht es Unternehmen eLearning einzusetzen und die Potenziale zu nutzen. Auch für heuer wird mit einer Zuwachsrate von über 10% gerechnet. Ein Blick nach Amerika zeigt, dass der Anteil des Online-Lernens dort bereits ein Viertel  ausmacht. Ein weiteres Viertel der betrieblichen Weiterbildung wird in Form von Blended-Learning umgesetzt. Ein Ende der Entwicklung ist also nicht in Sicht. Oder wie die Amerikaner sagen: You ain’t seen nothing yet!

Die 5 Stufen des Lernens am Arbeitsplatz

Jane Hart hat zusammen mit Jay Cross eine interessante Taxonomie entwickelt die schematisch verdeutlicht, wie sich der Lernstil und die Art und Weise der Vermittlung von Lerninhalten mit zunehmendem Wissenstand verändert.
Dabei wird deutlich, dass informelle Lernprozesse und die Autonomie der Lernenden umso wichtiger wird, je weiter Personen in Ihrem Lernprozess fortgeschritten sind. Die Grafik eignet sich sehr gut um zu verdeutlichen, dass es unterschiedliche Lernstrategien gibt die zu den Menschen, den Ihalten und den Zielen des Lernprozesses passen müssen – ich muss bei Gelegenheit mal eine deutsche Übersetzung des Charts machen:

Hier ein Link zu einem Artikel in dem jane Hart das Ganze noch ein wenig ausführt.

Chancen und Grenzen von Vorlesungsaufzeichnungen

Jörn Loviscach ist Professor für Mathematik und Informatik an der FH Bielefeld und kann auf langjährige Erfahrungen mit der Aufzeichnung von Vorlesungen zurück blicken. In dem YouTube Video berichtet er über die Potenziale die er sieht, aber auch über die Limitierungen des „Flipped-Classroom“ – Konzeptes:

Jörn Loviscach: E-Learning – Chancen und Grenzen – YouTube.

From Learning Management to Personal Knowledge Management

Ein interessanter Artikel inklusive einer 10-minütigen Präsentation von Harold Jarche über die Anforderung an den „smart worker“ in der Wissensgesellschaft. Smart Workers tun seiner Ansicht nach vor allem 4 Dinge:

  1. Auf dem Laufenden bleiben
  2. Neues Wissen und neue Fähigkeiten erwerben
  3. Wissen und Erfahrungen (mit)teilen
  4. Lösungen für eigene Probleme entwickeln und/oder die eigene Produktivität verbessern

Interessant ist auch das Seek-Sense-Share Modell, das er in dieser Präsentation vorstellt:

 

Medienkompetenz im digitalen Zeitalter

“Der Begriff Medienkompetenz stammt aus den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts und er bedeutete damals in etwa soviel wie zu wissen, dass die BILD-Zeitung lügt” , so Mario Sixtus in der aktuellen Folge des „Elektrischen Reporters„.

Die digitale Revolution mit ihren technischen, ökonomischen und sozialen Umwälzungen führte dazu dass dieser Begriff heute wesentlich mehr umfasst und eine zentrale Rolle in der Bildungsdiskussion einnimmt. Vor allem wer in Schulen, Bibliotheken und sozialen Einrichtungen Menschen begleitet oder Wissen vermittelt steht vor der Herausforderung auf das radikal veränderte mediale Umfeld zu reagieren.

Hier setzt der Zertifikatslehrgang Medienpädagogik an, der gemeinsam von der Pädagogischen Hochschule St. Gallen (PHSG) und der Fachhochschule St. Gallen (FHSG) bereits zum vierten Mal durchgeführt wird. Teilnehmende bilden sich in sieben Modulen zu medienpädagogischen Fachpersonen weiter, indem sie als aktiv am Lerngeschehen beteiligte Erfahrungen sammeln und das erarbeitete Wissen in öffentliche Fachdiskussionen einbringen.

Die Absolventinnen und Absolventen des Lehrgangs sind befähigt, Sozial-, Bildungs- und
Bibliotheksinstitutionen in zentralen medienpädagogischen Fragen zu beraten, zum
Beispiel bei der Mediennutzung in Lehr- und Lernumgebungen, in soziokulturellen Pro-
jekten, im sozialpädagogischen Alltag oder im Wissensmanagement. Sie können medien-
pädagogische Projekte initiieren, begleiten, durchführen und evaluieren. Zusätzlich verfü-
gen sie über die Kompetenz, eigene Medieninhalte zu produzieren.

Der Lehrgang richtet sich an Lehrpersonen aller Stufen, Berufsleute der Sozialen Arbeit,
Dozierende an Pädagogischen Hochschulen, Fachhochschulen, Fachleute der Berufs- und Erwachsenenbildung sowie Bibliothekarinnen und Bibliothekare.

Der Lehrgang beginnt am 25. November 2011.  Anmeldungen sind noch bis 18. Oktober 2011 möglich.

Nähere Informationen zum Lehrgang

Informationsbroschüre zum Lehrgang als PDF

 

Social Media in Lehre und Unternehmen

Stefan Hagen ist Absolvent der FH Vorarlberg, externer Lehrbeauftragter und selbstständiger Management-Berater. Er hat aus privatem Interesse vor einigen Jahren zu bloggen begonnen und schrittweise das Potenzial dieses Mediums sowohl für seine unternehmerische Arbeit als auch für seine Lehrtätigkeit an der FHV entdeckt.

In diesem Screenvideo spricht er über seine Erfahrungen in und mit neuen Medien.

Einige Kernaussagen:

  • Ein Blog ist ein hervorragendes Instrument – sowohl für das persönliche Wissensmanagement als auch für Lehrveranstaltungen.
  • Studierende müssen an die aktive Nutzung von Social Media herangeführt werden
  • Medienkompetenz im Bereich Social Media ist ein wichtiges Bildungsziel einer Hochschule
  • Social Media ist in den Unternehmen bislang nicht auf breiter Basis angekommen. Hauptursache dafür ist die Angst vor Kontrollverlust

Der Screencast dauert ca. 11 Minuten und ist auf YouTube online:

A free world-class education for anyone anywhere

Hier ein Video für all jene die immer noch glauben, dass e-Learning eh noch nie funktioniert hat und eh nicht funktionieren kann eh nur eine Modeerscheinung ist und….
Salman Khan hat vor ein paar Jahren begonnen seiner Verwandtschaft per YouTube-Video Nachhilfe zu geben. Inzwischen leitet er eine Non-Profit-Organisation die sich zum Ziel gesetzt hat jedem Menschen die Chance auf Bildung zu geben. Zudem hat er ein Vorzeige-Modell dafür geschaffen wie e-Learning funktionieren kann. In diesem TED-Video erzählt der die Geschichte und die Vision der Khan Academy. Fazit: e-Learning funktioniert – wenn man es richtig macht 🙂

Erstsemestrige – Teil der „Net Generation“? #opco11

Die 6. Woche des OpenCourse 2011 steht unter dem Motto: „Wo wir heute stehen. Nutzungs- und Lernszenarien.“ Die Literaturliste macht deutlich dass es diesmal vor allem um die „Net Generation“ geht, ob es sie überhaupt gibt, was sie in und mit dem Netz macht und was das Netz mit ihnen macht.

Diese Fragen haben auch uns an der FH Vorarlberg beschäftigt, schließlich möchten wir wissen wer auf uns zukommt.  Deshalb haben wir vor nun fast zwei Jahren die Erstsemstrigen unter die Lupe genommen und sie nach ihrer technischen Ausstattung und Nutzungsgewohnheiten befragt.

Fazit: Wer heute ein Studium beginnt, hat einen Laptop und geht breitbandig ins Internet. Selbstverständlich nutzt man Wikipedia, YouTube und Facebook. Dass heisst aber noch lange nicht, dass jeder twittert, bloggt und weiss was „Social Bookmarking“ oder „RSS“ bedeuten soll. Die jungen Leute sind durchaus medienaffin, deswegen aber noch nicht automatisch medienkompetent.  Die studiums- und letztlich bildungsrelevante Medienkompetenz zu vermitteln sehe ich als eine der heute wichtigen Aufgabe einer Hochschule.

Das Paper das die Ergebnisse der Umfrage zusammenfasst als PDF:
Erstsemestrige – Teil der „Net Generation“?

Die Präsentation zum Paper auf Slideshare:

Nachdem die Umfrage im Herbst zwei Jahre alt wird, stell ich mir die Frage wie sie wohl diesmal ausfallen würde.
Zwei Vermutungen:
Die Facebook – Nutzung würde nun zwischen 90 und 100% liegen
Der Anteil der mobilen Webnutzung wäre nach oben geschnellt

Bin schon gespannt ob es im Rahmen des opco11 neue Erkenntnisse zum Thema gibt…

Das LMS der nächsten Generation?

Eine Woche urlaubsbedingte Abwesenheit vom #opco11 und schon quillt die Mailbox über von neuen Posts, Links, Gedanken, Verweisen usw. Schon beim ersten Schnellscan stösst man auf Interessantes, zum Beispiel auf den OnlineCampus der Uni Duisburg Essen mit dem versucht wird, das LMS-Konzept in die Gegenwart zu hieven. Das Ganze ist anscheinend ein für Lernzwecke aufgebohrtes Drupal fühlt sich bei einem ersten oberflächlichen Test richtig gut an – muss ich mir unbedingt näher ansehen.