Die 5 Stufen des Lernens am Arbeitsplatz

Jane Hart hat zusammen mit Jay Cross eine interessante Taxonomie entwickelt die schematisch verdeutlicht, wie sich der Lernstil und die Art und Weise der Vermittlung von Lerninhalten mit zunehmendem Wissenstand verändert.
Dabei wird deutlich, dass informelle Lernprozesse und die Autonomie der Lernenden umso wichtiger wird, je weiter Personen in Ihrem Lernprozess fortgeschritten sind. Die Grafik eignet sich sehr gut um zu verdeutlichen, dass es unterschiedliche Lernstrategien gibt die zu den Menschen, den Ihalten und den Zielen des Lernprozesses passen müssen – ich muss bei Gelegenheit mal eine deutsche Übersetzung des Charts machen:

Hier ein Link zu einem Artikel in dem jane Hart das Ganze noch ein wenig ausführt.

Chancen und Grenzen von Vorlesungsaufzeichnungen

Jörn Loviscach ist Professor für Mathematik und Informatik an der FH Bielefeld und kann auf langjährige Erfahrungen mit der Aufzeichnung von Vorlesungen zurück blicken. In dem YouTube Video berichtet er über die Potenziale die er sieht, aber auch über die Limitierungen des „Flipped-Classroom“ – Konzeptes:

Jörn Loviscach: E-Learning – Chancen und Grenzen – YouTube.

Medienkompetenz im digitalen Zeitalter

“Der Begriff Medienkompetenz stammt aus den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts und er bedeutete damals in etwa soviel wie zu wissen, dass die BILD-Zeitung lügt” , so Mario Sixtus in der aktuellen Folge des „Elektrischen Reporters„.

Die digitale Revolution mit ihren technischen, ökonomischen und sozialen Umwälzungen führte dazu dass dieser Begriff heute wesentlich mehr umfasst und eine zentrale Rolle in der Bildungsdiskussion einnimmt. Vor allem wer in Schulen, Bibliotheken und sozialen Einrichtungen Menschen begleitet oder Wissen vermittelt steht vor der Herausforderung auf das radikal veränderte mediale Umfeld zu reagieren.

Hier setzt der Zertifikatslehrgang Medienpädagogik an, der gemeinsam von der Pädagogischen Hochschule St. Gallen (PHSG) und der Fachhochschule St. Gallen (FHSG) bereits zum vierten Mal durchgeführt wird. Teilnehmende bilden sich in sieben Modulen zu medienpädagogischen Fachpersonen weiter, indem sie als aktiv am Lerngeschehen beteiligte Erfahrungen sammeln und das erarbeitete Wissen in öffentliche Fachdiskussionen einbringen.

Die Absolventinnen und Absolventen des Lehrgangs sind befähigt, Sozial-, Bildungs- und
Bibliotheksinstitutionen in zentralen medienpädagogischen Fragen zu beraten, zum
Beispiel bei der Mediennutzung in Lehr- und Lernumgebungen, in soziokulturellen Pro-
jekten, im sozialpädagogischen Alltag oder im Wissensmanagement. Sie können medien-
pädagogische Projekte initiieren, begleiten, durchführen und evaluieren. Zusätzlich verfü-
gen sie über die Kompetenz, eigene Medieninhalte zu produzieren.

Der Lehrgang richtet sich an Lehrpersonen aller Stufen, Berufsleute der Sozialen Arbeit,
Dozierende an Pädagogischen Hochschulen, Fachhochschulen, Fachleute der Berufs- und Erwachsenenbildung sowie Bibliothekarinnen und Bibliothekare.

Der Lehrgang beginnt am 25. November 2011.  Anmeldungen sind noch bis 18. Oktober 2011 möglich.

Nähere Informationen zum Lehrgang

Informationsbroschüre zum Lehrgang als PDF

 

Social Media in Lehre und Unternehmen

Stefan Hagen ist Absolvent der FH Vorarlberg, externer Lehrbeauftragter und selbstständiger Management-Berater. Er hat aus privatem Interesse vor einigen Jahren zu bloggen begonnen und schrittweise das Potenzial dieses Mediums sowohl für seine unternehmerische Arbeit als auch für seine Lehrtätigkeit an der FHV entdeckt.

In diesem Screenvideo spricht er über seine Erfahrungen in und mit neuen Medien.

Einige Kernaussagen:

  • Ein Blog ist ein hervorragendes Instrument – sowohl für das persönliche Wissensmanagement als auch für Lehrveranstaltungen.
  • Studierende müssen an die aktive Nutzung von Social Media herangeführt werden
  • Medienkompetenz im Bereich Social Media ist ein wichtiges Bildungsziel einer Hochschule
  • Social Media ist in den Unternehmen bislang nicht auf breiter Basis angekommen. Hauptursache dafür ist die Angst vor Kontrollverlust

Der Screencast dauert ca. 11 Minuten und ist auf YouTube online:

A free world-class education for anyone anywhere

Hier ein Video für all jene die immer noch glauben, dass e-Learning eh noch nie funktioniert hat und eh nicht funktionieren kann eh nur eine Modeerscheinung ist und….
Salman Khan hat vor ein paar Jahren begonnen seiner Verwandtschaft per YouTube-Video Nachhilfe zu geben. Inzwischen leitet er eine Non-Profit-Organisation die sich zum Ziel gesetzt hat jedem Menschen die Chance auf Bildung zu geben. Zudem hat er ein Vorzeige-Modell dafür geschaffen wie e-Learning funktionieren kann. In diesem TED-Video erzählt der die Geschichte und die Vision der Khan Academy. Fazit: e-Learning funktioniert – wenn man es richtig macht 🙂

Erstsemestrige – Teil der „Net Generation“? #opco11

Die 6. Woche des OpenCourse 2011 steht unter dem Motto: „Wo wir heute stehen. Nutzungs- und Lernszenarien.“ Die Literaturliste macht deutlich dass es diesmal vor allem um die „Net Generation“ geht, ob es sie überhaupt gibt, was sie in und mit dem Netz macht und was das Netz mit ihnen macht.

Diese Fragen haben auch uns an der FH Vorarlberg beschäftigt, schließlich möchten wir wissen wer auf uns zukommt.  Deshalb haben wir vor nun fast zwei Jahren die Erstsemstrigen unter die Lupe genommen und sie nach ihrer technischen Ausstattung und Nutzungsgewohnheiten befragt.

Fazit: Wer heute ein Studium beginnt, hat einen Laptop und geht breitbandig ins Internet. Selbstverständlich nutzt man Wikipedia, YouTube und Facebook. Dass heisst aber noch lange nicht, dass jeder twittert, bloggt und weiss was „Social Bookmarking“ oder „RSS“ bedeuten soll. Die jungen Leute sind durchaus medienaffin, deswegen aber noch nicht automatisch medienkompetent.  Die studiums- und letztlich bildungsrelevante Medienkompetenz zu vermitteln sehe ich als eine der heute wichtigen Aufgabe einer Hochschule.

Das Paper das die Ergebnisse der Umfrage zusammenfasst als PDF:
Erstsemestrige – Teil der „Net Generation“?

Die Präsentation zum Paper auf Slideshare:

Nachdem die Umfrage im Herbst zwei Jahre alt wird, stell ich mir die Frage wie sie wohl diesmal ausfallen würde.
Zwei Vermutungen:
Die Facebook – Nutzung würde nun zwischen 90 und 100% liegen
Der Anteil der mobilen Webnutzung wäre nach oben geschnellt

Bin schon gespannt ob es im Rahmen des opco11 neue Erkenntnisse zum Thema gibt…

Das LMS der nächsten Generation?

Eine Woche urlaubsbedingte Abwesenheit vom #opco11 und schon quillt die Mailbox über von neuen Posts, Links, Gedanken, Verweisen usw. Schon beim ersten Schnellscan stösst man auf Interessantes, zum Beispiel auf den OnlineCampus der Uni Duisburg Essen mit dem versucht wird, das LMS-Konzept in die Gegenwart zu hieven. Das Ganze ist anscheinend ein für Lernzwecke aufgebohrtes Drupal fühlt sich bei einem ersten oberflächlichen Test richtig gut an – muss ich mir unbedingt näher ansehen.

It’s the people, stupid! #opco11

Die zweite Woche des #opco11 – Kurses ist angelaufen. Ich bin gerade im Tiefflug über die Leseliste Medienliste dieser Woche gerauscht und bei dem Artikel von Marc J. Rosenberg hängen geblieben in dem er sehr anschaulich und praxisnah beschreibt worauf Unternehmen achten müssen, wenn die Einführung von Social Media die Hype-Phase überleben soll („The special sauce of social Learning“).

Hier die Ultrakurzfassung davon:

1. Make the tools and technology insanely easy to use.
2. Nurture authorship.
3. Support mobility.
4. Have a clear purpose or goal that’s actually important.
5. Make membership valuable.
6. Put effort into facilitation.
7. Align with formal learning.
8. Develop a long-term strategy to build a knowledge-sharing culture.

Der Grund warum ich bei diesem Artikel hängen geblieben bin, ist aber dieser Satz ganz am Schluss:

„Remember, social media technologies have no value. Only the people who use those technologies, and the knowledge that people share through them have value.“

Stimmt genau. Wird aber immer wieder vergessen. Besonders von uns Enthusiasten, early Adopters, tech-savvy geeks, educational techonologists oder wie immer man uns bezeichnen will. Oft sind wir so berauscht von den neuesten technischen Möglichkeiten, dass wir vergessen darüber nachzudenken warum jemand in einer konkreten Lernsituation ein bestimmtes Werkzeug überhaupt benützen sollte und wie man es wirklich sinnvoll nutzen könnte.

Zu diesem Zitat noch eine spontane Link-Assoziation zu einem schon älteren, kritischen und ziemlich grossartigen Edge-Artikel von Jaron Lanier in dem er vor dem blinden Glauben an die Schwarm-Intelligenz warnt:
DIGITAL MAOISM: The Hazards of the New Online Collectivism [5.30.06] By Jaron Lanier
Die Sueddeutsche hat hier mal eine deutsche Übersetzung des Artikels veröffentlicht.

Dort steht etwas ganz Ähnliches:

„The beauty of the Internet is that it connects people. The value is in the other people. If we start to believe that the Internet itself is an entity that has something to say, we’re devaluing those people and making ourselves into idiots.“

Ich schreib mir jetzt gleich „It’s the people, stupid!“ auf ein Post-It und klebe es auf meinen Bildschirm ! 😉

„Don’t lecture me“ – opco11

Studiumdigitale, die zentrale eLearning-Einrichtung der Goethe-Universität in Frankfurt am Main veranstaltet gemeinsam mit hochkarätigen Experten einen Open Course mit dem Thema „Die Zukunft des Lernens“. Der Kurs wird in Form eines MOOC durchgeführt, was soviel wie Massive Open Online Course bedeutet. Wer sich darunter nichts vorstellen kann bekommt in diesem kurzen YouTube-Video einen guten Einstieg in das Thema.

Nachdem ich mich für den amerikanischen Vorläufer dieses Kurses(den „plenk2010“) zwar angemeldet aber aus Zeitmangel nicht wirklich teilgenommen habe, möchte ich diesmal vertieft einsteigen und konkrete Erfahrungen sammeln.

Teil der „Leseliste“ für die erste Kurswoche ist eine Keynote von Donald Clark vom Herbst 2010 mit dem Titel „Don’t lecture me“

Die Keynote ist im Wesentlichen eine Breitseite gegen die klassische Vorlesung. Wir alle kennen ja die „Power-Point Fatigue“ die uns in todlangweiligen Vorträgen erfasst. Donald Clark ist ein Freund klarer Worte und zieht mit Verve und breitem schottischen Akzent gegen dieses „mittelalterliche Überbleibsel“ (ca. min 30:00 im Vortrag) zu Felde. Seine Argumente gegen die Vorlesung sind stichhaltig und nicht neu.

Der Haken an der Sache – und der Grund warum ich bei diesem Vortrag hängen geblieben bin – ist der Widerspruch in Form einer Vorlesung die Vorlesung zu demontieren. Donald Clark ist sich dieses Widerspruchs bewusst und sagt ganz am Beginn seines Vortrags:

I’m in a rather awkward situation here, because I’m going to really attack the lecture as a concept – it’s a sort of hopeless pedagogic technique – but I’m here giving one. And of course I’m well aware of the contradiction, but that’s the way of the world unfortunately.

Als ich das hörte wurde ich spontan an meine Studienzeit an der PH – und damit 25 Jahre – zurückversetzt. Dort wurde uns immer wieder vermittelt, dass der Frontalunterricht ein überholtes und schlechtes Vermittlungskonzept sei. Seltsamerweise passierte dies ausnahmslos in Form von Frontalunterricht, und schon damals fragte ich mich woher dieser Widerspruch kommt (und warum er niemandem aufzufallen schien).

Auch Donald Clark kann diesen Widerspruch nicht wirklich auflösen. Am Beginn des Vortrags sagt er „dass die Dinge halt eben so sind“ (siehe oben). Als er nach dem Ende des Vortrags (ca. min 41:00) von einer Zuhörerin gefragt wird, wie er seine Gedanken sonst hättte vermitteln wollen, wirkt er zunächst nicht ganz sattelfest. Er zählt seine verschiedenen Online-Aktivitäten auf, merkt an, dass alles was er erzählt hat auch in seinem Blog nachzulesen ist, und dass er Konferenzen generell „komisch“ findet. Am Ende seiner Antwort sagt er aber:

„In other words, I think we should all be focusing our attention on a different mix, which is more online than offline.“

Dies ist in meinen Augen der springende Punkt: Natürlich müssen wir die „Powerpoint-Schlacht“ als das dominierende Modell der Vermittlung überwinden. Den Vortrag bzw. die Vorlesung generell aus dem pädagogischen Methodenrepertoire streichen zu wollen schießt aber über das Ziel hinaus. Ein guter Vortrag von einer Person die gut vorbereitet über ein Thema spricht das sie wirklich interessiert bleibt ein wertvolles Instrument.

eLearning bietet hier die Möglichkeit den Vortrag von zeitlichen und räumlichen Einschränkungen zu befreien und anders einzusetzen. Besonders in Blended-Learning Settings kann die Umkehrung der herkömmlichen Didaktik neue Möglichkeiten eröffnen, indem der Vortrag online zur Verfügung gestellt wird damit ich die Präsenzzeit für Anwendung, Diskussion und kollaborative Lernprozesse nutzen kann.

Der Vortrag von Donald Clark geht noch auf viele weitere Aspekte und Probleme der Lehre an der Hochschule ein und ist wirklich hörenswert.

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Hier noch meine chaotischen Notizen zum Vortrag – ein Transkript findet sich unter:
http://repository.alt.ac.uk/841/1/ALTC_2010_Keynote_DonaldClark_transcript_20101105.pdf

„Don’t lecture me“

Keynote Speech by Donald Clark

schottischer akzent

…because I’m really gonna attack the lecture as a concept (…) as a hopeless pedagogic technique, but I’m here giving one.

And of course I am well aware of the contradiction

6:15: I am not absolutely against lectures per se if they are good
people have higher degrees of retention when they listen to an expert

9:00 Video: anyone, anyone

lecture hiess früher reading / Vorlesung
Anekdote: Isaac Newton hielt seine Vorlesung auch, wenn niemand auftauchte

18:30 all the others absolutely hate undergraduates and wanted nothing to do with them- strong disrespect

Vorlesung = Massenmedium der Bildung

sehr interessant: schwache Studenten vorne, gute Studenten in die ecken = rising Performance

ca. 24:50 „I think its absolutely morally bankrupt
that pople don’t record lectures, i think ist unbelievable“ – Vergleich mitt einem Autor der sein Buch nur einmal vorliest und nicht publiziert. Vor allem beim Lernen ist Wiederholung wichtig

Argument fur electure! Studenten lernten viel mehr.

27:00 whats the point of the recording lecture when it is shit.

27:40: „better to see a first class lecture on video than a mediocre in the flesh“

shorten the lecture, weil nach 20 Minuten sinkt die Leistung

Vorlesung = mittelalterliches überbleibsel (30:00)

32:00 nicht zimperlich gegen Gagné: Lernziele vorher mitteilen ist wie ins Kino gehen und zuerst die Handlung erzählt bekommen…

33:00 it makes no sense not to record them

Argumente gegen die lecture

1 why one hour
2 Tyranny of time
3 Tyranny of location
4 Psychological Attention
5 cognitive overload
6 episodic and semantic memory
7 learn by doing = geht nicht bei Vorl.
8 spaced practice = ebbinghaus = es braucht Wiederholungen, man lernt nichts auf einmal
9 not collaborative
10 personalty problems researchers are not teachers

39:50: Seitenhieb auf second life: it’s crap enough in the real world und was machen sie in second life: einen hörsaal!

41:00 ende des Vortrags
Erste Frage: Greift den Widerspruch auf: knocking the lecture by giving the lecture
antwort= blog, twitter, Facebook, scale the audience mehr Leute erreichen TED is okay, but i don’t pay 3000 USD um da hinzugehen…..hmm

dann geht er auf den mix ein
„we should focus on a different mix which is more online than offline“

Trennung zwischen Forscher und Lehrer
completely different skillets
„it is literally impossible to get sacked from a university for bad teaching“

Prophezeit grosse Zukunft des Fernstudiums:
You will be able to study at a distance to a degree you did…

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