Das LMS der nächsten Generation?

Eine Woche urlaubsbedingte Abwesenheit vom #opco11 und schon quillt die Mailbox über von neuen Posts, Links, Gedanken, Verweisen usw. Schon beim ersten Schnellscan stösst man auf Interessantes, zum Beispiel auf den OnlineCampus der Uni Duisburg Essen mit dem versucht wird, das LMS-Konzept in die Gegenwart zu hieven. Das Ganze ist anscheinend ein für Lernzwecke aufgebohrtes Drupal fühlt sich bei einem ersten oberflächlichen Test richtig gut an – muss ich mir unbedingt näher ansehen.

Moderne Tools für die Lehre

Die Lehrenden der FH Vorarlberg setzen seit vielen Jahren digitale Medien und Werkzeuge für die Unterstützung von Lernprozessen ein. Die Art und Weise des Einsatzes ist dabei so vielfältig wie die Anforderungen der jeweiligen Situation und die speziellen Kompetenzen der Lehrperson. Oft wird auch „eLearning“ betrieben ohne sich dessen bewußt zu sein und ohne dass jemand außerhalb der Lehrveranstaltung etwas davon mitbekommt.
Deswegen möchte ich in loser Folge Beispiele des Einsatzes aufzeigen und damit motivieren Dinge auszuprobieren.

Den Anfang macht Patrick Fritz. Mit ihm habe ich vor Kurzem darüber gesprochen wie er verschiedene moderne Werkzeuge einsetzt um seine Lehre zu bereichern. Daraus ist ein ca. 15-minütiger Screencast Podcast entstanden:

L3T ist online!

L3T steht für „Lehrbuch für Lernen und Lehren mit Technologien “ und ist ein kollaborativ erstelltes und interdisziplinäres Lehrbuch rund um eLearning. Das Buch ist nach 10 Monaten gemeinsamer Arbeit rechtzeitig zur Learntec hier online gegangen: http://l3t.eu. Mastermind des Projektes ist Martin Ebner von der TU Graz. Mitgearbeitet haben neben einem 10-köpfigen Kernteam 116 Autor/-innen und 80 Gutachter/-innen (einer davon schreibt gerade diese Zeilen;)
Das Buch steht unter einer CC-Lizenz und wird permanent aktualisiert und erweitert werden – Reinschauen und Bookmarken lohnt sich also.

„Everyone is a media outlet.“

Die rasanten Entwicklungen die das Web in den letzten Jahren von einem Medium in eine Plattform verwandelt haben, lassen sich weder leicht erklären, noch einordnen oder leicht verständlich vermitteln. Das Buch von Clay Shirky schafft genau das.

Clay Shirky: „Here comes everybody“
=>in der FH-Bibliothek
=> beim Buchhaendler

Prädikat: Unbedingt empfehlenswert für alle die das Thema interessiert.

buchtipp1

YouTube goes Edu(cational)

Nachdem Apple mit der iTunes University schon seit Mai 2007 ein speziell auf (Hoch-)Schulen zugeschnittenes Angebot hat, fährt nun auch YouTube (und somit letztendlich Google) eine eigene Schiene für educational Videos: Das Angebot nennt sich schlicht und einfach YouTube EDU und versammelt haufenweise von Colleges und Universitäten erstelltes Videomaterial unter einem Dach. Der Kreis ist nicht so exklusiv wie bei dem im letzten Post vorgestellten Angebot und die Qualität dürfte hier auch durchmischt sein. Dafür besteht bei einer Veröffentlichung auf YuoTube eine bessere Chance auf „Laufkundschaft“.
Übrigens: Auch der FH Vorarlberg Learning Support hat schon eine Weile einen eigenen YouTube – Channel. Bislang sind nur zwei Kurzfilme zum Thema Wiki online, aber das soll ja auch nur ein Anfang sein…

“The knowledge is free, the degree will cost you money”

In Europa sind Hochschulen eher zögerlich wenn es darum geht ihre Dienstleistungen online zugänglich zu machen. In Amerika hingegen wird die Veröffentlichung von Kursunterlagen und Vorlesungsaufzeichnungen seit längerem als Möglichkeit gesehen Marketing zu betreiben und offensiv genutzt um neue Zielgruppen zu erreichen.
Ein Meilenstein auf diesem Weg war sicher die Open CourseWare Initiative des MIT, das im Oktober 2002 damit begann Unterlagen zu Lehrveranstaltungen zur Verfügung zu stellen. Inzwischen hat allein das MIT 1800 Kurse online.
Die Open CourseWare Initiative führte zum Open CourseWare Consortium in dem über 200 Hochschulen zusammengeschlossen sind und Lernmaterialien zur Verfügung stellen – auch Österreich ist mittlerweile durch die Uni Klagenfurt vertreten.

Die Auswahl an frei zugänglichen Lehrunterlagen wird immer umfangreicher und qualitativ hochwertiger. Eine echte Perle in diesem Bereich ist sicher das Angebot auf Academic Earth (Danke für den Tipp, Walter:). Auf dieser Website bieten amerikanische Elite-Universitäten (konkret: Berkeley, Harvard, MIT, Princeton, Stanford und Yale) tausende Videovorlesungen an. Zusätzlich zu den Videoaufzeichnungen der Vorlesungen werden Powerpoints zum Download angeboten, die aber zuvor copyrightmässig angepasst werden.

Zwei Beispiele die ich mir angesehen habe:
http://academicearth.org/lectures/the-world-is-flat
http://academicearth.org/lectures/foundations-freud
( Unbedingt ausprobieren: den „Dim the lights“ – Link)

Open CourseWare bietet typischerweise ja keinen Zugang zu Lehrenden und auch kein Zeugnis. Es gibt jedoch erste Bestrebungen und Beispiele, in denen nicht nur die Unterlagen, sondern auch der Lehrprozess geöffnet und zugänglich gemacht wird.
Der Titel dieses Posts ist ein Zitat aus dem Blog von David Parry, einem Professor an der University of Texas at Dallas. Er beschloss aufgrund von Anfragen auch die Diskussionsphasen in seiner Lehrveranstaltung für Außenstehende zu öffnen.
Geht die Entwicklung also von „OpenContent“ über zu „OpenTeach“?

Weiterbildungsangebote zur Medienkompetenz

1: Workshop: Wissenschaftlich arbeiten mit Zotero

Termin: Mi 11.3  13.30 – 16:45 Raum D113 (Schulungsraum der Bibliothek)

Zotero ist eine frei verfügbare Zusatz-Software (Plugin) für den Firefox-Browser und ermöglicht das Sammeln, Verwalten und Zitieren von Forschungsquellen.

Einige der Eigenschaften die Zotero zu einem sehr nützlichen Werkzeug für das wissenschaftliche Arbeiten machen sind:

    * Integration in den Web Browser
    * automatische Extraktion von bibliographischen Informationen auf vielen Webseiten bzw. Bibliothekskatalogen – auch dem der FH Vorarlberg
    * Integration vieler Medientypen (PDFs, Videos, Blogbeiträge…)
    * Integrierte Volltextsuche
    * Export von bibliographischen Angaben in verschiedenen Formaten
    * Automatisches Erstellen von Literaturverzeichnissen

Mehr Info zum Workshop

Der Workshop wird im Rahmen vom „Zertifikat eLearning“ angeboten und angerechnet. Mehr Info zum Zertifikat

Wichtig: Für den Workshop werden ein eigener Laptop mit Administrationsrechten benötigt.

Anmeldung bitte über die Zertifikat-Website oder per Mail an mich.

2: Workshop: HandsOn Web2.0: Werkzeuge fürs eLearning

Termin: Mi 18.3 09:00 – 16:30 Raum D113 (Schulungsraum der Bibliothek)

Die Entwicklung, die mit dem Begriff „Web 2.0“ umschrieben wird hat eine Fülle von neuen Werkzeugen entstehen lassen, von denen einige gerade auch für Lernprozesse hilfreich sein können. In diesem Präsenzworkshop werden wir einige ausgesuchte „Perlen“ nach einer kurzen Demonstration jeweils selbst ausprobieren. Dabei werden wir nur Werkzeuge verwenden die webbasiert und daher plattformunabhängig und (zumindest in ihren Grundfunktionen) frei verfügbar sind. Die Liste der Tools die im Workshop ausprobiert werden, wird von den Teilnehmern vorab selbst über eine Abstimmung festgelegt.

Der Workshop wird im Rahmen vom „Zertifikat eLearning“ angeboten und angerechnet. Mehr Info zum Zertifikat

Anmeldung bitte über die Zertifikat-Website oder per Mail an mich.

3: LMS-Schulung Basic

Termin: wird über eine Abstimmung ermittelt.
Link zur Abstimmung

Die Schulung wird vor allem für neu an der FH Vorarlberg Lehrende und Studiengangsadministratorinnen sehr empfohlen.
Das LMS (Learning Managment System) der FH Vorarlberg ist das zentrale für die Unterstützung der Lehre eingesetzte Software-System. Neben einer Einführung in ECTS werden in dieser Schulung die grundlegenden Funktionen des LMS vermittelt. In der Schulung wird vor allem praktisch mit dem LMS gearbeitet.

Mehr Info zur Schulung

Anmeldung bitte per Mail an mich.

4: Mediendidaktisches Training für IBH-Dozierende

Als Mitglied der Internationalen Bodenseehochschule (IBH) können Bedienstete der FH Vorarlberg die Fortbildung Mediendidaktisches Training kostenfrei absolvieren. Dabei handelt es sich um ein von der IBH gefördertes und von der Pädagogischen Hochschule Thurgau (PHTG) sowie der Hochschule Konstanz (HTWG) in Kooperation durchgeführtes Projekt. Die Teilnehmenden erarbeiten im Rahmen der Forbildung ein individuelles Konzept für ein medienunterstütztes Lernszenario für den konkreten Einsatz in der Lehre.
Flyer mit näheren Informationen zum Training (Pdf)

Eine Kollegin hat dieses Mediendidaktische Training im vergangenen Herbst absolviert und empfiehlt es weiter

Anmeldung über die Website des Mediendidaktischen Trainings oder per Mail an mich.

Ein Geier als Sitznachbar…

Obwohl der Hype um SecondLife seinen Höhepunkt vor einiger Zeit überschritten hat und es in letzter Zeit um die virtuelle 3D-Welt ruhiger geworden ist, bin ich noch neugierig genug um einzusteigen, wenn e-teaching.org eine Podiumsdiskussion zur Thematik veranstaltet – natürlich in einem zum Anlass passenden virtuellen Hörsaal in Second Life:

Ein Hörsaal in Second Life aus der Vogelperspektive

Der Virtuelle Hörsaal aus der Vogelperspektive

An mehreren Hochschulen wird derzeit erprobt, wie und unter welchen Umständen eine Lehrveranstaltung in der virtuellen Welt einen didaktischen Mehrwert bringen kann. In der Diskussion wird deutlich, dass SecondLife derzeit noch eine untergeordnete Bedeutung hat und auch technisch noch nicht vollständig ausgereift ist. So kommt es während der Podiumsdiskussion wiederholt zu kleineren technischen Pannen und Aussetzern. Totzdem vertreten einige Podiumsteilnehmer die These, dass der höhere Grad an Immersion besondere Potenziale freisetzen kann.
Dieser Ansicht stimme ich grundsätzlich zu, wobei ich das Mehrwertpotenzial in ganz bestimmten Lernszenarien sehe in denen eine Situierung bei der Vermittlung von Lerinhalten hilfreich und wichtig ist, wie z.B. bei der Vermittlung von Konversationsfähigkeit in einer Fremdsprache.
Für eher konventionelle Lernsettings, d.h. für klassische Vorlesungssituationen oder seminaristisches Lernen gibt es bessere und ausgereifte Werkzeuge die in der Bedienung einfacher sind, z.B. Vitero oder Adobe Connect, aber auch vielversprechende frei verfügbare Werkzeuge wie WiZiQ oder Yugma.

Darüber hinaus hat Second Life immer noch den Reiz des Neuen und lädt zum Spielen ein. Auch mein Nachbar konnte nicht widerstehen und so bin ich zum ersten mal während eines Vortrags neben einem Geier gesessen;-)

Ein Geier als Sitznachbar

Akademische Medienkompetenz – und wie sie gefördert werden kann

Auf eTeaching.org finden immer wieder interessante Ringvorlesungen statt. Heute sprach Joachim Wedekind ca. eine halbe Stunde über den Begriff „Medienkompetenz“ und was er im akademischen Kontext bedeutet.
Medienkompetenz umfasst im Zusammenhang mit eLearning mehrere Kompetenzen aus unterschiedlichen Bereichen.
Lehrende müssen für den erfolgreichen Einsatz von eLearning über technische, didaktische und Gestaltungskompetenzen verfügen, und darüber hinaus u.U. noch ein komplexes Projekt managen können.
Für die Förderung der Medienkompetenz an der Hochschule schlägt Wedekind Folgendes vor: Es muss einen „Minimalkanon“ geben, d.h. grundlegende Fertigkeiten müssen bei allen entwickelt werden. Die Angebote müssen möglichst niedrigschwellig und modular aufgebaut sein und sollten vor Ort durch entsprechende Service-Einrichtungen bereit gestellt werden. Die aktuellen Forschungsergebnisse sollten in die Weiterbildungskonzepte einfliessen. Last not least sollte eine Kultur des Austauschs gefördert werden – sowohl von Wissen als auch von Inhalten.

Der Vortrag bleibt im Internet abrufbar: Hier der Link