eLernkompetenz

Passend zum letzten Eintrag zur eLehrkompetenz: Natürlich müssen auch Lernende für eLearning Szenarien spezielle Fähigkeiten haben bzw. entwickeln. Neben den rein technischen und organisatorschen Voraussetzungen nennt die University of Illinois als wünschenswerte Merkmale des Online Studierenden:

  • Offenheit und die Bereitschaft sich mitzuteilen
  • Schriftliche Ausdrucksfähigkeit
  • Selbstmotivation, Selbstdisziplin und Selbstreflexion
  • Bereitschaft Probleme unmittelbar anzusprechen
  • Bereitschaft zur kritischen Auseinandersetzung

Diese Eigenschaften sind sicher nicht nur, aber besonders in Online – Lernszenarien wichtig. Last not least sollten Studierende einerseits eine positive Einstellung, andererseits aber auch realistische Erwartungen gegenüber eLearning mitbringen:

„The successful student will view online as a convenient way to receive their education – not an easier way.“

Kompetenzmodell „eLehrkompetenz“

Die Universität Paderborn hat im Rahmen des Projektes „Locomotion“ (= Lowcost Multimedia Organisation & Production) ein sehr konkretes und ambitioniertes Kompetenzmodell entwickelt. Dazu wurde der Oberbegriff „eLehrkompetenz“ in verschiedene Teilbereiche unterteilt. Für jeden Bereich wurden Lernziele formuliert und in die Aspekte Wissen/Kenntnisse, Fähigkeiten/Fertigkeiten sowie Einstellungen/motivationale Aspekte unterteilt.

Die Liste ist insgesamt ca. 11 Seiten lang geworden und allein die Lernziele aus dem Bereich der Medienkompetenz (gruppiert in Medientechnische und Mediendidaktische Kompetenz) umfassen mehr als 4 Seiten. Neben Selbstverständlichkeiten wie „E-Mail zur Kommmunikation nutzen können“ oder „PowerPoint Folien erstellen könnnen“ findet sich auch Anspruchsvolles und oft Vernachlässigtes, vor allem im Bereich der Einstellungen. Hier ein paar Beispiele aus dem Katalog an Lernzielen:

Bereitschaft, Erfahrungen mit technischen Systemen zu sammeln

Bereitschaft, sich im Bereich Neue Medien/eLearning zu qualifizieren und Zeit dafür einzurichten

Tragfähige Beziehungen zwischen den Teilnehmern eines Online-Seminars herstellen können

Mit Medienbrüchen umgehen können und Lösungen finden

Sich der Unzulänglichkeit technischer Systeme bewusst sein

Die 11 Seiten beschreiben eine umfassende Idealvorstellung von Medienkompetenz an der Hochschule – oder ein Arbeitsprogramm…

=> Zur Downloadseite Kompetenzmodell eLehrkompetenz

Mediendidaktisches Training der IBH

Auf das mediendidaktische Training der IBH habe ich auf der Learning Support – Seite bereits hingewiesen.

Als Mitglied der Internationalen Bodenseehochschule (IBH) können Bedienstete der FH Vorarlberg diese Fortbildung kostenfrei absolvieren. Dabei handelt es sich um ein von der IBH gefördertes und von der Pädagogischen Hochschule Thurgau (PHTG) sowie der Hochschule Konstanz (HTWG) in Kooperation durchgeführtes Projekt. Die Teilnehmenden erarbeiten im Rahmen der Forbildung ein individuelles Konzept für ein medienunterstütztes Lernszenario für den konkreten Einsatz in der Lehre.

Am Samstag, den 18. Oktober beginnt der nächste Durchlauf des Trainings. Nähere Informationen und Anmeldemöglichkeit unter:
http://www.mediendidaktik.bodenseehochschule.org/site/projekt/termine

Kontaktperson für Anfragen:

Oliver Lang
Pädagogische Hochschule Thurgau
Tel.: +41 (0) 71 678 5776
email:oliver.lang@phtg.ch

Auf dem Weg zum „Plateau der Produktivität“

eLearning macht als Technologie die klassische Hype-Cycle Entwicklung (Gartner) durch. Im Zuge der dotcom – Euphorie rissen überzogene Erwartungen und unausgereifte Projekte eLearning in das „Tal der Enttäuschungen“. Es wurde eine Zeit lang still um das Thema, von einigen wurde eLearning für tot erklärt – und war irgendwie doch nicht tot zu kriegen. Seitdem entsteht nach und nach ein Verständnis für die Vorteile, die Bedingungen für eine erfolgreiche Umsetzung, aber auch für die Grenzen.

MedialeProduktion.de ist ein Indiz dafür, dass wir uns langsam aber sicher auf das „Plateau der Produktivität“ (der letzten Stufe des Hype-Cycles) zu bewegen. Hier wurden Inhalte entwickelt, durch die Studierenden der Umgang mit Medien vermittelt werden soll – vom klassischen Interview über die Herstellung von Videos bis hin zu aktuellen Internet-Formen wie Blogs, Wikis und Online – Videos. Die Inhalte sind als Wikis öffentlich zugänglich und Außenstehende sind zu eigenen Beiträgen herzlich eingeladen.

Das Verbundprojekt von vier Hochschulen in Niedersachsen und will allen Interessierten die Möglichkeit geben, sich selbstständig Medienkompetenzen und Wissen zu den Stichworten Medienpraxis, Medientheorie und Medieneinsatz anzueignen. Gleichzeitig werden die Inhalte als Ergänzung in Präsenzveranstaltungen oder in Online-Seminaren eingesetzt.

Die Betreiber klingen recht euphorisch:

„Wir können online gemeinsame Seminare mit anderen Hochschulen realisieren und tun das auch jetzt schon. Der jeweilige Dozent reist nur zu wenigen Präsenzveranstaltungen an die andere Hochschule und betreut ansonsten per Internet seine Studierenden und deren Aufgaben. Das heißt, wir sind nicht mehr auf die Themen und das Lehrpersonal der eigenen Hochschule beschränkt, sondern können irgendwann landesweit, national und international Expertenwissen für unsere Studierenden nutzen und vernetzen.“ =>von hier

Dieses Überschreiten der institutionellen Grenzen mit Hilfe von neuen Lehr- und Lernformen und die Einsatzbarkeit in vielfältigen didaktischen Szenarien machen das Projekt interessant und haben es in die Finalistenrunde des Medida Prix – sozusagen dem „Oscar“ für eLearning an Hochschulen gebracht.

=> medialeproduktion.de
=> via wisskomm tv